Familienblatt

Das Stursbergsche Familienblatt erscheint einmal pro Jahr, in der Regel kurz vor Weihnachten.

Eine Liste der seit 1939 im Stursbergschen Familienblatt erschienen Titel wird auf Wunsch vom Archivar zugesandt.


Auszug aus dem Stursbergschen Familienblatt 2000

Rückblick auf ein genealogisch ertragreiches Jahr

Mit einem besonderen Blick auf die Stursberger Auswanderer

Mit Macht haben wir das Projekt, ein neues Stammbuch, also eine aktualisierte Form des Buches "Stursberg" von Ernst Erwin Stursberg (1939) zu erstellen, im letzten Jahr vorangetrieben. Die Hoffnung, das Werk bis zum nächsten Familientag 2003 zu einem vorzeigbaren Abschluß zu bringen, besteht wohl nicht zu Unrecht.

Nun arbeiten wir derzeit gewissermaßen auf drei Baustellen zugleich, nämlich in der Zeit der Kirchenbücher, in der Zeit der Standesamtsregister und in der Zeit des Datenschutzes.

(1) Für das 18. Jahrhundert sind wir allein auf Kirchenbücher angewiesen, also die Verzeichnisse von Taufen, Heiraten und Bestattungen, wie sie in großer Breite schon von Erwin Stursberg ausgewertet wurden. Doch auch hier lassen sich immer wieder Neuigkeiten finden, so etwa wenn wir auf Gemeinden stoßen, in denen wir bisher eigentlich keine Stursbergs erwartet hatten, z.B. in der katholischen Gemeinde von Elberfeld (die Familie von Gottfried Stoßberg, 1757-1820, S. 122 im Stammbuch). Aus Schwelm haben wir zudem einige beachtliche neue Erkenntnisse zum alten "Gemarker Stamm" gewinnen können.

(2) Der französischen Militärpolitik verdanken wir die Einrichtung von Standesämtern, im rechtsrheinischen Großherzogtum Berg mit Jahresbeginn 1810. In der preußischen Rheinprovinz blieben uns deren Register als zuverlässige genealogische Quellen erhalten (in Westfalen dagegen wurden sie gleich nach dem Ende der französischen Vorherrschaft wieder abgeschafft). Im Personenstandsarchiv von Brühl haben wir die Möglichkeit, nicht nur Kirchenbücher, sondern auch Standesamtsregister (bis 1874) einzusehen. Wer das Brühler Archiv kennt, weiß um die organisatorischen Schwierigkeiten und den relativ großen Zeitaufwand, der schon für eher magere Ergebnisse nötig ist. Hier steht uns noch viel Arbeit ins Haus.

Eine nicht ganz unwichtige Erleichterung, im übrigen auch aus der Kirchenbuchzeit, hat uns der sog. IGI (Internationaler Genealogischer Index) der Mormonen geboten. Die per Internet zugängliche Datenbank liefert über 2500 Einträge über unsere Namensträger, manche doppelt und dreifach, manche falsch (für die Ohren der fleißigen amerikanischen Abschreiber passender) geschrieben, manche mit falschen Orten versehen und viele unvollständig. Und dennoch sind die mittlerweile ausgewerteten Angaben durchaus hilfreich gewesen, wenn es darum ging, Personen zu entdecken, die gerade nicht in unserem regionalen Schwerpunkt im Kernbergischen lebten, sondern an Orten, die wir gar nicht einzubeziehen gewagt hätten. Sterbedaten gibt es bei den Mormonen allerdings nicht; sie sind für den Forschungszweck der LDS-Kirche nicht von Belang.

(3) Erst seit 1875 gibt es – als bleibendes Ergebnis des sog. Kulturkampfes – Standesämter als verbindliche Institutionen in ganz Deutschland. Unglücklicherweise wurde dieses Datum als unflexible Grenze für die deutsche Datenschutzgesetzgebung gewählt: Von den Standesämtern erhält aus der Zeit von 1875 bis heute nur noch Auskunft, wer ein berechtigtes Interesse vorweisen kann, d.h. normalerweise: Nur wer Nachkomme der gesuchten Person ist, kann Auskunft erhalten; über Geschwister ist nichts zu erfahren, nicht einmal wenn sie schon im Jahre 1875 verstorben sind.

Für diesen jüngsten Zeitraum sind wir also auf andere, viel schwerer zu erschließende Quellen angewiesen: Eine gewisse Hilfe bieten die älteren städtischen Melderegister (die in Wuppertal vorhandene Kartei wurde von Walter E. Stursberg gesichtet), die auch einige Personendaten aufweisen. Vor allem aber müssen wir versuchen, die (lebenden) Personen, die uns interessieren, unmittelbar zu befragen. Da sind z.B. sehr viele unserer Mitglieder, die uns zwar vor einigen Jahren schon einmal ihre Familiendaten mitgeteilt haben, bei denen sich aber doch mittlerweile manche Veränderung ergeben hat. Darüber hinaus haben wir aber vor allem anhand von Telefonregistern Briefe an (möglichst) alle Namensträger verschickt, um sie um ihre Daten zu bitten: 340 Briefe sind hinausgegangen, davon 70% innerhalb Deutschlands, der Rest zumeist in die USA. Das Ergebnis ist ganz beachtlich: Etwa 20% der Befragten haben geantwortet, innerhalb Deutschlands sind es sogar fast 30%. Nicht ganz unwichtig ist, daß der Stammesverband durch diese Aktion auch eine größere Zahl neuer Mitglieder und Interessenten gewonnen hat. Als ganz besonders erfolgreich allerdings hat sich aber schließlich die Energieleistung unseres Vorsitzenden erwiesen, der zum unermüdlichen Telefonisten geworden ist: Überall hakt er nach, fragt an, ob das eine oder andere Datum noch zu gewinnen ist und schafft es vor allem unter Aufbietung einer gekonnten Mischung aus Charme und Beharrlichkeit, auch zunächst weniger gesprächige Familienmitglieder zu überzeugen, ihren Beitrag zu unserem Projekt zu liefern. Den Anteil derer, von denen wir Auskünfte erhalten haben, hat er damit schon beachtlich gesteigert und wird ihn wohl auch noch weiter steigern.

Machen wir es jetzt konkret: In beinahe allen Stämmen haben sich neue Erkenntnisse und Einordnungen ergeben, die im alten Stammbuch noch nicht bekannt waren, die sich nur recht umständlich aus dem Buch 600 Jahre Stursberg erschließen ließen oder auch darüber noch hinausgehen. Überall sind neue Generationen nachgewachsen, und fast überall sind Linien aufgetaucht, die uns zuvor nicht bekannt waren. Besonders deutlich wird dies am Beispiel der Auswanderer. Sie erscheinen den meisten von uns ein wenig exotisch und deswegen vielleicht auch besonders interessant. Wir wollen uns an dieser Stelle auf sie beschränken, obwohl natürlich auch andere Linien spannend zu verfolgen sind.

Mit gutem Grund hat Erwin Stursberg schon im alten Stammbuch eine Linie als "Auswandererast" bezeichnet (S. 73-87). Dabei war ihm die erste, wenig spektakuläre Auswanderung noch gar nicht bekannt: Neben den drei Söhnen des Stifters Engelbert Stursberg, die ihrerseits wieder eigenen Zweige stifteten, gab es noch einen weiteren Sohn, Engelbert jr., der nach Dabringhausen auswanderte und von dem ebenfalls ein eigener Zweig abstammt.

Gewiß fällt unter den Mitgliedern des Auswandererastes die Familie Strasburg besonders ins Auge. Ihr Gründer ist der aus Lennep stammende Ludwig Stursberg (1835-1909, S. 84), der zu den Pionieren von Utah zählte, Mormone wurde und über eine zahlreiche Nachkommenschaft verfügt. Den Möglichkeiten amerikanischer Aussprache folgend, änderte er seinen Namen zu "Louis Strasburg". Seine Familie ist uns verhältnismäßig gut bekannt, zumal Otto Stursberg in Dortmund und Lloyd Strasburg in Lehi/Utah in den fünfziger und sechziger Jahren guten Kontakt pflegten. Mit Floyd Strasburg (*1955) in Utah konnte ein neuer Kontakt geknüpft werden.

Nicht ganz so präsent war es hingegen, daß auch ein Bruder von Louis Strasburg ausgewandert ist. Johann Robert Stursberg (* 1827) behielt seinen Namen und ging auch entgegen früherer Annahmen nicht nach Utah, sondern blieb in New York, wo zwei seiner Enkel im Jahre 1975 verstorben sind. Ob sie noch lebende Nachkommen haben, ließ sich bislang allerdings nicht sicher ermitteln.

Nach New York waren auch verschiedene Mitglieder des Amerikanisch-Schweizerischen Zweiges gezogen, die sich zugleich als Kaufleute in Holyoke/Massachusetts betätigten (S. 78f). Diese Tatsache war schon zur Zeit des Stammbuches bekannt, und leider sind wir gerade hier kaum über den damaligen Forschungsstand hinaus gekommen.

Wohl aber an ganz anderen Stellen: So gibt es z.B. noch ganz andere Auswanderer innerhalb des Auswandererastes: Das Stammbuch kennt den Lenneper Tuchkaufmann Ernst Karl Stursberg (1841-1902, S. 75) und führt ihn mit vier ledig verstorbenen Kindern auf. Daß Ernst Karl aber noch weitere Kinder hatte, mußte uns spätestens seit dem Zeitpunkt bekannt sein, als mit Wolfgang Stursberg einer seiner Nachkommen Mitglied im Stammesverband wurde. Nun sind aber noch zwei weitere Söhne von Ernst Karl aufgetaucht, Ewald und Eugen, beide Uhrmacher, die um die letzte Jahrhundertwende zunächst nach Paris und dann weiter nach New York gezogen sind. Eugens Sohn William (*1918) wohnt in der Nähe von New York, hat uns die vollständigen Daten dieser Linie mitgeteilt und ist dem Stammesverband beigetreten.

Noch eine ganz andere Stursberg-Linie ist ins Ausland gezogen. Es handelt sich um Johann Peter Stursberg (1840-1920) vom Lüttringhauser Hof Garschagen (S. 227). Er zog nach England, wurde 1869 englischer Staatsbürger und lebte die meiste Zeit in London. Aus seiner ersten Ehe hatte er neun Kinder, darunter sieben verheiratete Söhne, die zumeist wieder Nachkommen haben. Sein Sohn Otto (1871-1945) wirkte beispielsweise über 40 Jahre als Missionar in Bengalen. Er allerdings blieb kinderlos. Ottos Bruder Fred (1873-1932) mußte während des Ersten Weltkrieges feststellen, daß deutsche Familiennamen in England keine sonderliche Popularität genossen. Er folgte daher dem Beispiel des Königshauses und änderte seinen Familiennamen. Statt Stursberg hieß er nun Stanley, und so haben es seine Nachkommen beibehalten. Ähnlich ging sein Neffe Cyrill Dudley Stursberg (1892-1961) vor, der sich Bartlett nannte. Johann Peters jüngster Sohn Arthur (1886-1979) schließlich wanderte wiederum aus: Er arbeitete im britischen Postdienst in China. Dort heiratete er, und dort sind seine Kinder geboren. Zuletzt lebte er in Vancouver/Kanada, wo heute auch seine Söhne Peter und Richard wohnen. Peter Stursberg (*1913) war in Kanada ein bekannter Rundfunkjournalist und hat zahlreiche Publikationen zu Fragen der Zeit verfaßt. Als Kriegskorrespondent berichtete er 1943-1945 als erster über die Landung kanadischer Soldaten in Sizilien, und sein Name ist mit der Verbreitung des Liedes "Lilli Marleen" im Westen verbunden. Über seine Erfahrungen mit "oral history" lehrte er an der Simon Fraser University, und er ist Träger des Kanadischen Verdienstordens. Sein Sohn Richard (*1947) studierte in England und Frankreich und ist heute Präsident der kanadischen Gesellschaft für Satellitenkommunikation.

Es sind jedoch nicht nur Namensträger Stursberg ausgewandert. Auch die anderen Schreibungen kommen vor. So hatte Erwin Stursberg schon 1939 vermerkt, daß Ernst Storsberg (1853-1913, S. 145) aus Demmeltrath/Wald nach Elizabeth/New Jersey ausgewandert war. Er war einer von zehn (!) verheirateten Söhnen von Ferdinand Storsberg und Henriette Börter. Was die Zahl der verheirateten Söhne angeht, halten seine Eltern einen familieninternen Rekord. Einer von Ernsts Enkeln, James (*1916), ist mittlerweile nach Florida gezogen und konnte uns Auskunft geben, ein anderer, Henry (1918-1988) ist in New Jersey verstorben. Einer von Ernsts Brüdern hat mittlerweile Nachkommen in South Carolina, ohne daß die beiden relativ nah verwandten Familienzweige allerdings voneinander gewußt hätten.

Ein ganz anderer Namensträger, Edmund Storsberg (1878-1944) stammte aus Langenfeld. Von ihm nennt das Stammbuch nur den Großvater Karl Wilhelm, *1825, S. 159. 1923 entschied er sich mit seiner Familie zur Auswanderung und hatte ursprünglich Südafrika im Sinn. Dann aber erfuhr er, daß einer seiner Brüder mittlerweile in Utica im Staate New York lebte, und folgte diesem. Edmunds Enkel Kevin (*1967) konnte durch zähes Nachfragen bei deutschen Behörden die Zuordnung seiner Familie klären und ist voller Begeisterung über seine Zugehörigkeit zu unserer traditionsreichen Familie. Auch er ist dem Stammesverband beigetreten.

Schließlich gibt es Auswanderer namens Stosberg. Zu ihnen zählt Johann Peter Abraham Stosberg (Stursberg, 1782-1856, S. 130f), der nach Monswiller im Elsaß zog, dessen Nachkommen aber leider fast unbekannt sind.

Bekannter sind wiederum zwei amerikanische Linien. Die größere von ihnen stammt von Peter Gottlieb Stosberg (*1796) ab, der dem Wermelskirchener Familienzweig zuzurechnen und daher überhaupt nicht im alten Stammbuch vermerkt wurde. Er lebte in Wahlscheid nahe Siegburg und entschloß sich erst in fortgeschrittenem Alter zur Emigration. 1854 zogen zunächst seine Söhne Carl Wilhelm (*1825) und Friedrich Wilhelm (1834-1918) nach St. Louis, um das Feld zu bereiten. Vielleicht hat eine Erbschaft von Gottliebs gerade 1854 verstorbenen Bruder Arnold diese Reise ermöglicht. Vier Jahre später folge Peter Gottlieb mit seiner Frau und weiteren sechs Kindern. Allein der Sohn Gustav (1832-1869) blieb in Deutschland – er hatte gerade in Wahlscheid geheiratet. 1869 folgte er dann aber doch mit seiner Familie nach (er selbst starb wenige Wochen nach der Ankunft), allein sein Sohn Wilhelm (1859-1951) bliebt in der Heimat bei den Eltern seiner Mutter. Wilhelms Nachkommen wohnen noch immer in der Nähe von Wahlscheid.

Peter Gottlieb hat in Amerika reiche Nachkommenschaft, die allerdings noch unvollständig erforscht ist. (Vgl. dazu auch die Briefe aus dieser Familie, an anderer Stelle in diesem Heft.) Zwei der Söhne dürften Nachkommen im Staat Missouri haben, einer der Nachkommen, Daniel Childress (*1964) aus Arkansas, war im März 2000 zu Besuch in Deutschland und Gast des Stammesverbandes. Besonders viele Söhne hatte Gottliebs jüngster Sohn Rudolf (1838-1926), der als Berufssoldat in der amerikanischen Armee diente. Auch sein Urenkel Gene Stosberg (*1936) arbeitete einst als Ingenieur für die US-Airforce, später in der privaten Wirtschaft. Heute ist er selbständiger Unternehmer, befaßt mit Unternehmensberatung, Versicherungen, Computertechnik und mehr. Er nimmt wichtige Funktionen in der Hierarchie der LDS-Kirche ein, lebt heute in Tennessee, hat neun Kinder und mehr als 20 Enkel. Ebenso wie seine Tochter Sharon ist er Mitglied des Stammesverbandes geworden. Letzteres gilt im übrigen auch für Shirley Moore aus Kalifornien, deren Urgroßmutter Amalie Stosberg (1842-1918) ebenfalls zu den Kindern des Peter Gottlieb Stosberg gehörte.

Obwohl die amerikanische Nachkommenschaft der Wahlscheider Familie sehr umfangreich ist, konnten ihnen doch – entgegen einer ursprünglichen Vermutung – nicht alle amerikanischen Stosbergs zugeordnet werden. Eine Linie lebt in Kentucky und stammt ab von einem Robert, dessen Familienname einmal auch Stossenberger geschrieben wurde. Er müßte in den 1830er Jahren geboren sein, und das paßt genau zu einem Angehörigen des Birgder Zweiges (S. 115), der für seine Familie als verschollen galt bzw. von dem nur bekannt war, daß er nach Amerika ausgewandert ist. Roberts Sohn Gus Stosberg (1871-1942) hatte acht Kinder. Einer seiner Enkel, Don (*1941), ist Eigentümer und Manager einer Firma, die Hausumbauten vornimmt, zudem Publizist und Politiker. In verschiedenen Funktionen ist er für seinen Staat tätig gewesen, über fünf Jahre Geschäftsführer der Children’s Alliance, als Wahlbeobachter der OSZE war er in Kroatien, und im November 2000 kandidiert er für einen Sitz im Repräsentantenhaus des Staates Kentucky. Sein Bruder David (*1946) ist Bundesrichter, ebenfalls in Kentucky.

Mit dieser knappen und eher eklektischen Übersicht sind natürlich noch lange nicht alle Auswanderer der Familie erfaßt, und schließlich sind uns auch längst noch nicht alle bekannt. Erweiterbar sind solche Aufstellungen immer. Besonders schön wäre es natürlich, wenn sich trotz der großen Entfernung auch einmal persönliche Kontakte knüpfen ließen. Der Familientag 2003 wäre gewiß ein guter Anlaß dafür. Der Besuch von Daniel Childress hat uns einen höchst erfreulichen Vorgeschmack geboten.

Carsten Pick


Auszug aus dem Stursbergschen Familienblatt 2001

Eine neue Numerierung für die Stammreihe

Seit der Veröffentlichung des Stammbuchs von Ernst Erwin Stursberg sind mittlerweile mehr als 60 Jahre bzw. zwei volle Generationen vergangen. Neue Daten haben wir seitdem in großer Fülle gesammelt und versuchen, sie weiter zu vervollständigen. Das gilt nicht zuletzt auch für Korrekturen und Erweiterungen, die in früheren Jahrhunderten liegen – da sind einige Linien aufgetaucht, die 1939 noch unbekannt waren. Es sind mittlerweile über 5.000 Namensträger bekannt.

Warum überhaupt numerieren?

Menschen zu numerieren, hat zunächst etwas Abstoßendes, allzu Bürokratisches. Natürlich kann man Menschen niemals gerecht werden, indem man ihnen eine Nummer gibt; aber das ist auch nicht Sinn der Numerierung. Es geht allein darum, die Identifikation der großen Zahl von Namensträgern zu erleichtern. Hinter jedem Namen (und jeder Zahl) steht eine eigene, ganz persönliche Biographie, die sich natürlich auch nicht auf eine Karteikarte reduzieren läßt. Doch der Computer verrät mir, daß unter allen Stursbergs (in den verschiedenen Schreibweisen) der Vorname Maria 179mal vorkommt, Wilhelm 263mal, Anna 285mal und Johann 328mal, die meisten natürlich als einer von mehreren Vornamen, oft in den älteren Generationen. Aus jüngeren Generationen ist uns ja noch das Beispiel Walter präsent (immerhin 74mal). Daher drängt es sich auf, daß ein möglichst kurzer und eindeutiger Weg gefunden werden muß, um kenntlich zu machen, von welcher Person man jeweils spricht.

Warum eine neue Numerierung?

Wer sich einmal im Stammbuch von 1939 zu orientieren versucht hat, weiß, daß die vorhandene Numerierung nicht ganz leicht zu handhaben ist. Sie entspricht den Gepflogenheiten des Deutschen Geschlechterbuches. Ihr entscheidender Nachteil ist, daß aus der einzelnen Nummer allein die Generation der betreffenden Person abzulesen ist, nicht aber ein Verwandtschaftsverhältnis zu einer beliebigen anderen Person in der Stammfolge.

Die Grundidee

Das neue System soll ausgehen von der Frage, das wievielte Kind seiner Eltern (bzw. im Zweifelsfall: seines Vaters als dem Namensträger der vorangehenden Generation) eine Person X ist. Die Antwort ist eine Ordnungszahl, die für die Numerierung verwendet wird. Ist X das fünfte Kind seiner Eltern, so erhält es die Nummer 5. Für die nächste Generation wird wiederum nach demselben Prinzip verfahren: Die Kinder von X werden gezählt, die Nummer angehängt. Wenn also Y das dritte Kind von X ist, so erhält es die Nummer 53.

Vorteile des neuen Systems

  1. Weiterhin ist die Generation zu erkennen: Die Anzahl der Stellen einer Nummer ist zugleich, vom Stammvater aus gerechnet, die Zahl der Generationen. Eine Person mit vierstelliger Nummer ist z.B. vier Generationen vom Stammvater entfernt (Ur-Urenkel).

  2. Jede Nummer umfaßt zugleich die komplette Stammliste. Durch Wegstreichen der letzten Ziffer erhält man die Nummer des jeweiligen Vaters. Der Vater von Nummer 5316 hat also die Nummer 531, der Großvater die 53 etc. Umgekehrt beginnen die Nummern aller Nachkommen von 5316 mit eben dieser Nummer.

  3. Auch andere Verwandtschaftsverhältnisse können allein an den Nummern abgelesen werden. Beispiele: 5316 und 5312 sind Geschwister, 53161 ist Neffe oder Nichte von 5312. Die Nummern müssen nur linksbündig untereinander geschrieben und verglichen werden: So lange die Nummern, von links gelesen, identisch sind, haben die beiden Personen gemeinsame Vorfahren. In der ersten Generation, in der sich die Nummern unterscheiden, handelt es sich um Geschwister, in der zweiten handelt es sich um Vettern ersten Grades, dann zweiten Grades usw.

  4. Das System ist offen für alle Nachkommen, auch in weiblichen Linien, obwohl diese nicht konsequent von uns verfolgt werden. Für die weiblichen Linien ist die Zählung sozusagen innerhalb des Systems erweiterbar, da kein Unterschied nach Geschlechtern gemacht wird. Gleiches gilt für das Einfügen bislang "unentdeckter" Linien.

Nachteile und Abhilfen

  1. Mit einer großen Zahl von Generationen werden die Nummern unübersichtlich. Eine zehnstellige Nummer reizt schließlich zu übertragungsfehlern. Wir alle kennen das von Telefon- oder Kontonummern. Daher werden – wie schon im alten Stammbuch – wieder Stämme gebildet.

  2. Bei zehn oder mehr Kindern eines Vaters reichen die uns zur Verfügung stehenden Ziffern nicht aus. Die Zahl zehn können wir schließlich nur mit zwei Ziffern schreiben, und eine zweite Ziffer bedeutet bereits eine zweite Generation. Deshalb werden Nummern, die größer als 9 sind, verschlüsselt: Das zehnte Kind wird mit 0 bezeichnet, die folgenden mit kleinen Buchstaben, a = 11, b = 12 usw. Im Extremfall kommen wir bisher übrigens einmal auf h = 18.

  3. Problematisch wird es, wenn zu Personen, deren Nummern schon vergeben sind, noch ältere Geschwister gefunden werden. Beispiel: Person X hat die Nummer 531, und danach richten sich auch die Nummern aller ihrer Nachkommen. Nun stellt sich heraus, daß X nicht, wie bisher angenommen, das älteste Kind seiner Eltern ist, sondern mit Y noch einen älteren Bruder hatte. Dann bleibt nichts anderes übrig, als Y mit einer größeren Ziffer anzuhängen (als ob es sich um einen jüngeren Bruder handeln würde) und diese Nummer mit einem Sternchen als Hinweis auf die Ungenauigkeit zu versehen: Y hätte dann etwa die Nummer 534*, sein ältestes Kind 534*1.

Das System im einzelnen

Der älteste Stursberg-Stamm beginnt mit einer eindimensionalen Stammreihe von Winolt über Siebel und Nulz zu Bernd Stursberg. Erst dann sind mehrere Nachkommenlinien bekannt. Deshalb müssen die Nummern auch erst hier beginnen: Bernd ist daher derjenige Stammvater, auf den sich die Numerierung bezieht. Seine vier Söhne erhalten die einstelligen Nummern (Peter = 1, Theiß = 2, Nolze = 3, Johann = 4).

Um allzu lange Nummern zu vermeiden, werden fünfstellige Nummern zu Stämmen in Form von Großbuchstaben zusammengefaßt. Es handelt sich um eine Art Verschlüsselung, die mit der folgenden Tabelle aufgelöst werden muß:

23151

A

Peter

Stamm Wermelskirchen (im alten Stammbuch S. 245ff)

32121

B

Wilhelm Johann

Stamm Gemarke (= früher Gemarker Stamm)

32122

C

Vinzenz

Stamm Langenberg – Hattingen (im alten Stammbuch S. 248f u.a.)

32131

D

Engelbert

Stamm Lennep (= früher Lenneper Unterstamm)

32134

E

Johannes

Stamm Lüttringhausen (= früher Lüttringhauser Unterstamm z.T.)

32139

F

Vinzenz

Stamm Remscheid (= früher Remscheider Unterstamm)

32236

G

Heinrich

Stamm Stursberg (= früher Stursberger Stamm)

32311

H

Franz

Stamm Demmeltrath (= früher älterer Ronsdorfer Unterstamm)

32315

J

Peter

Stamm Flachsberg (= früher Jüngerer Ronsdorfer Unterstamm)

32317

K

Johann Wilhelm

Stamm Mankhaus (= früher Jüngerer Walder Unterstamm)

32331

L

Franz

Stamm Wald (= früher älterer Walder Unterstamm)

32337

M

Peter Johannes

Stamm Solingen (im alten Stammbuch S. 247f)

3233a

N

Engelbert Theodor

Stamm Gräfrath (= früher Gräfrather Ast)

Die fünfstelligen Nummern dieser 13 Stammesstifter werden bei den Nachkommen durch den jeweils passenden Großbuchstaben ersetzt. Daran schließen sich die folgenden Nummern an. Das erste Kind von 23151 = A erhält also die Nummer A1, dessen erstes Kind A11 usw. Um durch den Vergleich zweier Nummern, die nicht zu demselben Stamm gehören, Verwandtschaftsverhältnisse zu ermitteln, müssen die Buchstaben wieder in die längeren fünfstelligen Nummern zurückgeführt werden.

Ein Beispiel: D1 und F9 treffen aus irgendeinem Grund aufeinander. Wie sind sie verwandt? D wird nach obiger Tabelle umgesetzt zu 32131, d.h., D1 entspricht 32131-1. F9 entspricht nach derselben Regel 32139-9. Damit sind die ersten vier Stellen identisch, zwei Stellen unterscheiden sich. Also handelt es sich um Cousins ersten Grades. (Bei nur einer unterschiedlichen Stelle würde es sich ja um Geschwister handeln.)

Personen, die eine relativ geringe Zahl von Nachkommen mit Namen Stursberg etc. haben, werden weiterhin nicht als Stammesstifter betrachtet; hier wird weitergezählt, auch wenn die Nummern mehr als fünf Ziffern umfassen.

Die Buchstaben sind ganz willkürlich gewählt. Sollte es sich ergeben, daß mehr Stämme als bisher benannt werden müssen, so werden die zusätzlichen Buchstaben ohne Rücksicht auf die Einordnung in die alphabetische Stammreihenfolge vergeben. – Bei der ersten Anlage des neuen Systems und dem zugleich erfolgten starken Fortschritt in der Forschung ergab sich daher ein großes Wirrwarr quer durch das Alphabet. Die (vorläufigen) Nummern wurden daher zuletzt noch einmal neu sortiert und die Numerierung in genealogischer Reihenfolge (Altersreihenfolge) dem Alphabet angepaßt. Die jetzige Numerierung soll bestehen bleiben und auch im neuen Stammbuch 2003 verwendet werden. Weitere neue Linien werden wiederum ohne Rücksicht auf die alphabetische Ordnung eingefügt. Angesichts einer lebendigen Forschung muß gegenüber alphabetischer ästhetik gelegentlich Verzicht geleistet werden.

Nun haben die Stämme eine Vielzahl von Mitgliedern und werden auch ihrerseits wieder unübersichtlich. Das zeigt sich bei den ersten Versuchen der Darstellung. Spätestens nach der dritten Generation bietet es sich daher an, Unterstämme einzurichten. Immer dann, wenn also eine Person in der dritten Generation nach einem Stammesstifter (d.i. in der achten Generation nach dem Stammvater Bernd Stursberg, auf den sich das ganze System bezieht) eine gewisse Anzahl von namenstragenden Nachkommen hat, dann zählen wir ihn als Stifter eines Unterstammes. Dies wird für die Darstellung im neuen Stammbuch von Interesse sein, für das Numerierungssystem sind die Unterstämme jedoch belanglos. Der Stifter eines Unterstammes könnte z.B. die Nummer A123 tragen, und mit dieser Nummer würden auch die Nummern seiner Nachkommen beginnen.

Die feinste Untergliederung unserer Stammfolge schließlich sollen die äste darstellen. Sie setzen zwei Generationen nach Einrichtung eines Unterstammes, also fünf Generationen nach Einrichtung eines Stammes ein. Jeder Stifter eines Astes ist damit genau zehn Generationen vom Stammvater Bernd Stursberg entfernt. So sind die Abweichungen gegenüber dem alten Stammbuch hier z.T. recht gravierend, weil die früheren äste und Zweige in ganz unterschiedlichen Generationen angesetzt haben.

Das Prinzip ist dasselbe wie im Fall der Stämme: Die äste werden mit einem zweiten Großbuchstaben bezeichnet, der wiederum nach festgelegter Tabelle, wie sie im neuen Stammbuch ersichtlich sein wird, aufzulösen wäre.

Die Definition einer weiteren Stufe (Zweige) war bisher nicht erforderlich, kann aber in der Zukunft erfolgen. Der konsequente Einsatz der einzelnen Stufen in bestimmten Generationen der Stammfolge gewährt Zuverlässigkeit, führt allerdings dazu, daß äste von sehr unterschiedlichen Größen entstehen. Die Anzahl der zu einem Ast gehörigen Personen liegt derzeit zwischen 4 [HL] und 95 [LG]. Kriterium für die Einrichtung eines Astes oder Unterstammes war es, daß eine Linie mindestens 3 Personen in 3 unterschiedlichen Generationen mit namenstragenden Nachkommen vorhanden sein mußten oder 4 solcher Personen in 2 Generationen. Begründete Ausnahmen gibt es auch hier.

CP


Auszug aus dem Stursbergschen Familienblatt 2002

Ludwig Stursberg genannt Louis Strasburg und Mary Armstrong

Die folgenden zwei Texte stammen von der Enkelin des ersten Ehepaares Strasburg [D05b8], Mary Anderson Bonelli [D05b861], und wurden uns von Floyd Strasburg [DY131] übergeben, bereits selbst in deutscher übersetzung, für die schon vor Jahrzehnten gesorgt wurde. Die übernahme der Texte erfolgt unter vorsichtiger Durchführung sprachlicher Korrekturen.

Louis Strasburg, Pionier von 1858, wurde geboren am 19. August 1835 im Rheinland, Preußen (der Ort ist nicht angegeben), er ist der Sohn von Anton [Stursberg] und Lisette Ehlichs [Ehlis]. Seine Mutter starb, als er noch sehr klein war. Er ging zur Schule in Deutschland. Mit 17 Jahren verließ er Deutschland und ging nach Amerika.

Er wohnte zwei Jahre lang in New York. Am 1. Mai 1855 schloss er sich der Armee der Vereinigten Staaten an. Er bekam eine Stelle als leitender Trompeter (chef bugler) im zehnten Infanterieregiment. Seine Infanteriegruppe wurde aufgestellt in Pennsylvania in der Carlisle Garnison. Für eine Weile war er in Fort Prairie, Duchesne, Wisconsin, stationiert. Dort hatte er viel miterlebt im Streit mit den Indianern.

In Mai 1857 fuhr er auf dem Fluß zum Fort Lavenworth, Kansas, von dort ging er zu Fuß nach Utah. Den ersten Winter verbrachte er in Fort Bridger, Wyoming. Hier lernte er viele Schwierigkeiten kennen. Mahlzeiten und Dinge zum Essen waren wenig vorhanden. Das Regiment, dem er angehörte, trug den Namen „Johnson’s Army“, benannt nach dem General Johnson.

Brigham Young [der damalige Prophet und Führer der Mormonen in Utah] hörte von der Not, in welcher diese Soldaten waren, und lieferte Lebensmittel und Salz. General Johnson hatte aber dieses Angebot nicht angenommen. General Johnson war nämlich im Auftrag der Regierung hier nach dem Westen geschickt worden, um eine Rebellion hier bei den Mormonen in Utah Gebiet niederzuschlagen.

Im Mai 1858 verließ die Armee Fort Bridger und marschierte ins Salt Lake Valley, zog aber weiter nach Lehi. Sie hielt sich dort für eine Weile auf und marschierte dann weiter nach Camp Floyd. Dort lernte Louis Mary Armstrong kennen, welche er dann am 21. August 1859 geheiratet hat.

Im Jahre 1860 erhielt er seine ehrenvolle Entlassung aus der Armee. Nun ging er mit seiner Frau nach Little Cottonwood Canyon im Salt Lake Valley, und von hier zogen sie nach Weber County am Silver Creek. Hier wohnten sie für 18 Monate, dann zogen sie nach Rush Valley, Tooele County. Hier wurde ihnen Land zugeteilt durch Hayes bzw. die US Regierung.

Hier wurde Louis Bauer, er hatte Rinder und Schafe und guten Erfolg in allen Dingen. Während seines Aufenthalts in Rush Valley (in der Nähe von Vernon) wurde er dort sehr bekannt und erfreute sich großer Beliebtheit. Er übte dort verschiedene Arbeiten und Stellungen aus, z.B. Schullehrer und Vorsitzender eines Schuldistrikt. Er war auch Richter für 8 Jahre. Zweimal wurde er gewählt als Kommissar. Er war viel beschäftigt in kirchlichen Angelegenheiten.

Sein Haus stand dicht bei einer Landstraße, und es wurde oft benutzt als Rastquartier für Leute auf der Durchreise. Viele Leute haben guten Gebrauch davon gemacht. Louis und seine Frau liebten Unterhaltungen. Er war ein sehr freundlicher und beliebter Mann. Fremde Leute, welche auf Besuch kamen und sich mit ihm unterhielten, fühlten sich wohl in seiner Umgebung, besonders war er bekannt für seine Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit.

Sein Sohn David kaufte im Jahre 1898 seinen Bauernhof, und Louis und seine Familie zogen als Rentner nach Tooele. Am 4. November 1901 wurde er zum Bürgermeister von Tooele gewählt. Eigentlich wollte er hier in den Ruhestand treten, aber die Leute in dieser Stadt dachten anders von ihm, und am 1. Januar 1902 begann er seine Arbeit in diesem neuen Amt.

In seinem persönlichen Leben war er ein Mitglied der „Odd Fellows Lodge“ in Salt Lake City, einem privaten Club. Als er am 6. Dezember 1909 starb, war er 25 Jahre lang Mitglied gewesen. Seine Lieblingsbeschäftigungen waren Lesen, Studieren und Singen. Er hatte zwei Scherzlieder, welche er gerne gesungen hat. Alle, die ihn kannten, hatten Gutes von ihm zu sagen. Er war Vater von 14 Kindern, einige davon starben sehr jung. Zwei Kinder starben an Diphtherie in derselben Woche.

Dies sind die Namen seiner Kinder: Louis H. Strasburg, Robert Strasburg, Jane Mary, George, Catherine Strasburg Anderson, David, Joseph, Leonard, Jane M. Strasburg Spray, Nellie E. Strasburg Morgan und Alice L. Strasburg.

Spät in seinem Alter rief ihn seine Tochter Nellie, welche sehr krank war, nach Salt Lake City. Als er eines Tages über die Straße ging, wurde er von einer Straßenbahn angefahren. Sein linkes Bein mußte bis zum Knie abgenommen werden und auch zwei Zehen an seinem rechten Fuß.

Damit ging sein gesundes Leben zu Ende, von nun an schwanden seine Kraft und Ausdauer. Er hatte wenig Kraft zum Laufen mit dem Holzfuß. Er starb in Tooele am 6. Dezember 1909 und wurde auch dort begraben.

 

Mary Armstrong Strasburg wurde geboren am 6. November 1840 in Sponeshire, England. Sie ist die Tochter von William und Katharine Craddock Armstrong. Sie und ihre Eltern wanderten aus religiösen Gründen nach Amerika aus.

Sie war acht Jahre alt, als sie die großen Prärien durchwanderte. Meistens ging sie zu Fuß. Diese Handwagengruppe ist in Utah 1848 angelangt. Die Familie ging dann nach American Fork, Utah, und sie haben mitgeholfen, diesen Ort aufzubauen.

Als sie ungefähr 18 Jahre alt war, verdiente sie ihr Geld mit Waschen und Bügeln für die Soldaten der Johnson Armee, welche bei Camp Floyd stationiert waren. Dort lernte sie dann auch einen Soldaten kennen, den sie auch später geheiratet hat. Er hieß Louis Strasburg.

Sie heiratete dort in Camp Floyd am 21. August 1859. Im folgenden Jahr erhielt ihr Mann seine ehrenvolle Entlassung aus der Armee. Nach dieser Entlassung zogen sie zu einem Bauernhof in Little Cottonwood im Salzseetal, und von dort zogen sie nördlich nach Weber County am Silver Creek. Achtzehn Monate später sind sie wieder umgezogen, diesmal nach Rush Valley, Tooele County in Utah. Hier bauten sie ein Haus, nachdem sie ihr Eigentumsrecht schon im Jahre 1850 erhalten hatten.

Frau Strasburg liebte die frische Luft, und sie liebte harte Arbeit. Sie arbeitete auf dem Acker zusammen mit ihrem Mann. Ihre älteste Tochter Katharine verrichtete die Arbeit im Hause mit ihren jüngeren Geschwistern. Ihr Haus war nahe an einer Hauptstraße. Leute, die auf dieser Straße fuhren, hielten gewöhnlich an und erhielten Speisen und Getränke. Oftmals hatten sie 20 Personen im Haus. Auch die Postkutsche hielt unmittelbar an ihrem Haus.

Viele Indianer kamen oft dort vorbei, und öfters wurde jemand von diesen Indianern getötet. Frau Strasburg war immer freundlich zu ihnen und sehr unerschrocken. Sie hatte immer einen treuen und guten Hund an ihrer Seite, besonders wenn die Männer aus dem Haus waren.

Sie war eine Mutter von vierzehn Kindern, drei von ihren Kindern starben, als sie noch jung waren, zwei starben in einer Woche an Diphtherie.

1898 zogen sie und ihre Familie mit den zwei Töchtern Nellie und Alice nach Tooele. Sie kauften ein Haus im Süden der Stadt in der Nähe von Settlement Canyon. Dort hatten sie viele Obstbäume und bauten Weintrauben an. Das Obst wurde im Sommer getrocknet, und das meiste gab sie Freunden und Bekannten. Sie liebte Blumen und hatte wunderbare Blumen im Garten.

Ihre Arbeit bestand aus Hausarbeit, um ein sauberes Haus zu haben, und aus Gartenarbeit. Frau Strasburg war eine liebe und gemütliche Frau, großzügig in ihrem Charakter. Wenn sie gefragt wurde zu helfen, gab sie mehr als nötig. Sie war auch bekannt für ihre wunderbaren Kekse und Gebäck. Wenn die Frauen zusammenkamen, ging sie niemals mit leerer Hand. Sie brachte immer einen Korb voller Gebäck mit.

Sie starb am 13. April 1912 in Tooele und wurde auf dem Friedhof in Tooele beerdigt.


Auszug aus dem Stursbergschen Familienblatt 2003

Stursberg 2003 - Das neue Familienbuch

Manches Buch hat eine lange Geschichte. Unser neues Familienbuch beispielsweise hat eine Geschichte, die deutlich älter ist als einer seiner Bearbeiter. Und wenn man überhaupt in die Geschichte der Stursberg-Genealogie zurückblickt, so wird man sagen müssen, dass sie gar älter ist als der Stammesverband selbst. Erinnert sei an den schon 1927 von Rudolf Stosberg [BA9] vorgelegten "Stammbaum der Familie Stosberg" sowie das Buch Stausberg von Hermann Stausberg (1932). In den späten dreißiger Jahren folgte die bislang umfassendste Arbeit, das Buch Stursberg (1939), das Ernst Erwin Stursberg [EF31] nach intensiver Recherche veröffentlichte. Eigentlich hatte die Stammfolge in der Reihe des Deutschen Geschlechterbuches erscheinen sollen - daran orientierte sich auch das Nummerierungssystem -, dann aber war das Ergebnis doch zu umfangreich, und es wurde separat gedruckt.

Dass die Forschung damit keineswegs abgeschlossen war, das lag von Anfang an offen zu Tage. Gewissermaßen nebenbei entstand der Stammesverband, als ein Produkt der genealogischen Forschung im Spätjahr 1938, um Familientreffen zu organisieren und um den Kontakt zwischen den näheren und weiteren Verwandten wiederherzustellen und zu fördern. Die Fertigstellung des Stammbuches gelang gerade noch rechtzeitig vor dem Krieg, der die weitere Forschung natürlich zunächst reduzierte und dann ganz zum Erliegen brachte. Die verbliebenen Exemplare des Buches wurden bei Kriegsende der Vernichtung preisgegeben. Und dennoch ging es weiter, sowohl mit dem Stammesverband als auch mit der Genealogie. Die Idee eines neuen Familienbuches kursierte früh, doch es wurde immer wieder aufgeschoben, weil es sich schließlich wirklich lohnen sollte und die Neuerungen gegenüber dem alten Buch von erheblichem Umfang sein sollten.

Wohl gab es Forschritte, doch erheblich genug erschienen sie zunächst nicht. So entschied sich Erwin Stursberg, zunächst einmal die Familiengeschichte in erzählender Form darzulegen und bei dieser Gelegenheit die wesentlichsten Korrekturen gegenüber dem alten Buch, nämlich im Bereich der ältesten Generationen, deutlich zu machen. So entstand 1963 das Buch "600 Jahre Stursberg", das die umfassende Detailarbeit der vorangegangenen Jahrzehnte bündelt und in einen Gesamtzusammenhang stellt. Wer hier allerdings ein neues Stammbuch erwartete, irrte. Dafür ist es kein "Datengrab" wie das Stammbuch, sondern ein höchst lesbares und kurzweiliges Werk. (Wer sich im übrigen der Mühe unterzieht, das Stammbuch wirklich zu lesen, kann auch dies als durchaus kurzweilig empfinden, obwohl es sich zweifellos um ein andersgeartetes Vergnügen handelt als etwa die Lektüre eines Romans.) Die längst schon angepeilte zweite Auflage des Stammbuches war damit noch nicht geschaffen.

Weiterhin haben viele helfende Hände dazu beigetragen, die Datensammlung des Stammesverbandes zu vermehren, zumeist auf der Grundlage des Buches von 1939, z.T. aber auch unter Korrektur desselben. Manche Linie wurde ganz neu entdeckt. Weiterhin war Ernst Erwin Stursberg die treibende Kraft und der produktivste unter den Forschern. Dass er zugleich der wohl namhafteste Remscheider Heimatforscher und Stadthistoriker seiner Zeit war, konnte für die Stursberg-Genealogie nur ein ausgesprochener Glücksfall sein. Erfolgreich unterstützte ihn Dr. Ernst Stursberg [GT0], dem unter anderem die Erforschung der Hilbert-Linien und der Solinger Linien des 19. Jahrhunderts zu verdanken sind. Andere stießen zu der Forschungsmannschaft, vor allem Lothar König, Margret Götte und der seit nunmehr schon 35 Jahren als Archivar des Stammesverbandes aktive Gerhard Birker. Unterstützt wurden sie auch durch viele Mitglieder, die ihre eigenen Daten und diejenigen ihrer näheren und weiteren Familie beibrachten. Besonders umfangreiches Material etwa stammt von Lloyd Strasburg, der zu Beginn der sechziger Jahre eine vollständige übersicht über den Familienzweig in Utah zusammenstellte - ein Forschungsstand, der heute natürlich wieder überholt ist.

Dann folgte eine Zeit, in der die Sterne nicht gut standen für den Stammesverband und seine Genealogie. Mit dem Tode von Otto Stursberg 1970 ging der Kontakt nach Utah verloren, dann starb im folgenden Jahr der Vereinsgründer Erwin Stursberg, der immer noch der Kopf der Forschung und Aktivposten gewesen war. Ganz unerwartet folgte ihm 1973 Lothar König, schließlich 1975 Dr. Ernst Stursberg. Es dauerte seine Zeit, bis der Stammesverband lernte, ohne seinen Gründervater zurecht zu kommen, auch wenn dieser schon Jahre vorher das Amt des Vorsitzenden der nächsten Generation übergeben hatte. Mit einem verstärkten Ausflugs- und Versammlungsprogramm fand der Verband ein neues Profil und einen treuen Kern aktiver Mitglieder. Die Fortsetzung der Forschung blieb natürlich Vereinszweck, und das neue Familienbuch wurde nie recht aus dem Auge verloren, doch stand die Genealogie jetzt nicht mehr im Mittelpunkt der Verbandsarbeit. Deshalb erschien es weiterhin nicht als lohnenswert, ein neues Buch in Angriff zu nehmen, statt dessen wurde das Stammbuch von 1939 im Jahre 1984 nachgedruckt. Nachfrage gab es ebenfalls nach dem Buch "600 Jahre Stursberg", das ursprünglich nur in geringer Auflage gedruckt worden war; so wurde auch hier im Jahre 2000 ein Nachdruck veranlasst.

Viele haben im Laufe der Jahrzehnte Verantwortung für den Stammesverband übernommen, ihn nicht nur am Leben erhalten, sondern ihm auch sein eigenes Gepräge gegeben, die eigene Freizeit geopfert und in den Dienst der Gemeinschaft gestellt. Seit 1998 hat der Verband jedoch mit Karl-Heinz Stursberg [GG31] einen Vorsitzenden, der die Genealogie neben den restlichen, schon recht umfassenden Tätigkeiten eines Vorsitzenden zu seiner eigenen Sache gemacht hat. Der Forschung hat er damit einen maßgeblichen neuen Schub verliehen. Schon seit 1993 waren die vorhandenen Daten per Computer erfasst worden, so dass nun eine Bestandsaufnahme möglich war und die vorhandenen Lücken deutlicher sichtbar wurden. Bald fassten der neue Vorsitzende und die Archivare den zunächst recht kühnen Entschluss, das so lange geplante neue Stammbuch nun endlich in Angriff zu nehmen und beim nächsten Familientag vorzulegen. Natürlich war dies mit erheblichem Aufwand verbunden, insbesondere mussten zahlreiche neue Kontakte geknüpft werden. Brieflich und telefonisch wurden viele Namensträger befragt, die vielfach nie zuvor vom Stammesverband gehört hatten. Archive wurden besucht. Und besonders im Bereich der amerikanischen Verwandten erwies sich das Internet als ausgesprochen wertvolle Quelle. Alles zusammen führte dazu, dass nun tatsächlich der Wunsch, den schon Erwin Stursberg hegte, das neue Stammbuch, verwirklicht werden konnte, vorgelegt zum Familientag im Oktober 2003. Die Zahl der darin aufgeführten Namensträger ist fast genau doppelt so groß wie in der ersten Auflage von 1939.

Damit ist die Stursberg-Forschung dennoch nicht abgeschlossen. Es ist weiterhin damit zu rechnen, dass die eine oder andere neue Person, vielleicht sogar die eine oder andere neue Linie entdeckt wird. Und auch unter den jetzt Lebenden wird, so ist zu erwarten, von Zeit zu Zeit ein neues Datum zu vermelden sein. Die Zahl der Stammhalter ist in den jüngeren Generationen deutlich geschrumpft, doch "aussterben" wird die Familie gewiss in absehbarer Zeit nicht. Also wird weiter gesammelt, und man mag darüber nachdenken, ob es sinnvoll sein wird, in zehn bis 15 Jahren ein Ergänzungsbändchen zusammenzustellen. Dennoch, nach allem, was wir derzeit wissen, sieht es so aus, als hätten wir im neuen Stammbuch "Stursberg 2003" schon mehr als 95% aller Namensträger, die jemals gelebt haben, bereits erfasst. Eine solche Zahl ist natürlich gänzlich geschätzt, doch gibt die Zahl der derzeit Lebenden auch berechtigten Anlass zu einer solchen Schätzung. Damit können wir uns nicht zurücklehnen und die weitere Forschung einstellen, aber wir können doch zufrieden sein und den Schwerpunkt der künftigen Verbandsarbeit guten Gewissens wieder in andere Bereiche verlagern.
CP


Auszug aus dem Stursbergschen Familienblatt 2004

Der Familientag von 2003. Ein Rückblick

Schon am Donnerstagabend ging es los
Der Familientag von 2003 war ein mehrtägiges Fest: Wieder einmal haben wir viele Gäste von nah und fern erwartet, und unsere Feier war diesmal internationaler als je zuvor. Schon zwei Tage vor dem eigentlichen Fest sind die ersten Gäste im Rasthof Remscheid angekommen und verbrachten gemeinsam einen schönen Abend. Natürlich waren dies vor allem diejenigen Familienmitglieder, die von weit her kamen, und so war die Besetzung bereits an diesem Abend international: Vertreter aus Deutschland, österreich, Spanien und Großbritannien waren zugegen, am folgenden Tag noch ergänzt durch die Schweiz.
Schon jetzt zeigte es sich, wie sehr sich die lange Vorbereitung bezahlt machte. Karl-Heinz Stursberg, mit seiner Frau Luise vom ersten bis zum letzten Moment dabei, hatte schon drei Jahre zuvor einen Sonderpreis für die übernachtung rund um den Familientag mit dem Hotel ausgehandelt, und selbst einige Kurzentschlossene konnten noch zu den verbesserten Bedingungen untergebracht werden. Der Saal war, wie schon am Donnerstagabend zu sehen war, bestens präpariert, und auch dies vor allem deshalb, weil Karl-Heinz in vielerlei Hinsicht persönlich Hand angelegt, Fähnchen gedruckt und Tischkarten vorgelegt hatte.
Dass sich am Ende doch keiner unserer amerikanischen Freunde und Verwandten auf den weiten Weg in die Bergische Heimat gemacht hatte, wurde von Anfang an immer wieder mit Bedauern angemerkt. Viele hatten zuvor ihr Interesse bekundet, doch keinem ist die Teilnahme gelungen, was man gewiss niemandem verübeln darf. Mancher hatte noch immer die Reisewarnungen der US-Regierung im Ohr, die angesichts der unsicheren weltpolitischen Lage grundsätzlich vor Auslandsreisen warnte, einer musste kurzfristig wegen eines Todesfalles in der engeren Familie absagen, ein anderer schließlich war bereits in Deutschland gelandet, unter anderem, um am Familientag teilzunehmen, wurde dann aber von unangenehmen beruflichen Nachrichten überrascht und musste umgehend die Heimreise antreten.

Zu den Stätten der Ahnen
Am 3. Oktober 2003 trafen noch einige Verwandte mehr am Rasthof ein, nun auch einige Einheimische, vor allem aber viele auswärtige Stursberger, die noch nie oder lange nicht mehr in der Heimat ihrer Vorfahren waren. Die Verkehrsverhältnisse am Feiertag wollten es, dass mancher erst in buchstäblich letzter Minute, andere sogar erst nach der Hälfte der Tour zu uns stießen. Kurz nach 11 Uhr konnten aber die 20 Teilnehmer (später noch um zwei weitere verstärkt) auf sechs Autos verteilt werden und nach Lennep starten. Auf dem Weg nahmen unsere englischen Teilnehmer mit Interesse zur Kenntnis, dass am Rotzkotten, dem Wohnplatz eines ihrer Vorfahren, heute ein Industriegebiet mit McDonald's-Filiale steht. Die Lenneper Altstadt konnte trotz beginnenden Regens auch von manch Einheimischem als lohnenswertes Ausflugsziel identifiziert werden. Auf dem Marktplatz nahmen wir das ehemalige Rathaus, in dem einst Johann Anton Stursberg [D05b] seine Gastwirtschaft führte, in Augenschein, und im Röntgenmuseum konnten ein paar Andenken erstanden werden. Vieles stand noch auf unserem Plan, und so zogen wir bald weiter - für viele war es zu wenig Zeit, so dass noch einige Stursberger am folgenden Vormittag in Lennep gesehen worden sein sollen.
Weiter ging es über Obergarschagen nach Lüttringhausen, wo wir einen Blick auf die Stammkirche der Stursberger und auf das Lindenhäuschen am einstigen Opfergut des Vinzenz Stursberg [3213] warfen. Mit besonderer Spannung aber wurde die folgende Station erwartet, der Stursberg, also der Hügel, von dem aus die Familie sich in alle Welt verstreut hat. Um den Stammhof Stursberg I zu besichtigen, kamen wir natürlich gut 20 Jahre zu spät, aber für viele von uns war es doch schon ein Erlebnis, unter einem Straßenschild zu stehen, das zugleich ihren Familiennamen wiedergibt - in unmittelbarer Nähe der Stelle, an der früher einmal der Stammhof der Familie stand. Von dort aus unternahmen wir den Spaziergang zum Sirachskotten, einem noch greifbareren Platz in der Familiengeschichte, dem Wohn- und Arbeitsplatz von Sirach Stursberg, der immerhin in der Ahnentafel von 90% aller Stursberger vorkommt. Auch sein Haus steht nicht mehr, doch gibt es an der Stelle, an der der Sirachskotten im letzten Krieg einer Bombe zum Opfer fiel, ein modernes Haus, und auch sein Hammerteich kann über den Zaun hinweg noch bewundert werden. Der Weg führte uns noch an einem anderen interessanten Haus aus Sirachs Zeit vorbei, an der Hermannsmühle, in der sich die lutherische Gemeinde Lüttringhausen unter Pfarrer Peter Zenler zum heimlichen Gottesdienst traf, als während des Dreißigjährigen Krieges die Truppen des Kaisers einen gewaltsamen Versuch der Gegenreformation unternommen hatten und die Kirche zu diesem Zweck in Beschlag nahmen. Damals gehörte die Hermannsmühle übrigens der Familie Fuhrmann, die auch in der Ahnentafel vieler Stursberger erscheint.
Bei stärker werdendem Regen setzten wir unsere Fahrt fort durch das Morsbachtal. Dabei machten wir noch kurz Halt am Steffenshammer, um uns zumindest von außen von den Möglichkeiten der frühen Industrie zu überzeugen. In das Hammerwerk von 1746 kamen wir feiertagshalber nicht hinein, aber wenigstens seinen Antrieb, das alte Wasserrad und die alte Hammerachse konnten wir bewundern.
Zeitlich bereits etwas im Verzug, ging es schließlich nach Gräfrath. Mittlerweile hatten wir typisch bergisches Wetter - es regnete in Strömen, so dass wir kein rechtes Auge mehr für die schöne Altstadt hatten, sondern nur ins Hotelrestaurant zur Post am Gräfrather Markt rannten. Hier konnten wir uns in gemütlicher Runde zusammenfinden, und obwohl wir nun doch mit sechs Personen mehr als angemeldet eintrafen, konnten alle gut mit der Bergischen Kaffeetafel versorgt werden, während die Chefin des Hauses uns ein wenig zu ausführlich über bauliche Eigenheiten des Fachwerkgebäudes und Geschichtliches zur Bergischen Kaffeetafel informierte.
Der kulinarisch bestimmte Aufenthalt im Haus entsprach dem Wetter, das sich nicht mehr recht bessern wollte, trotzdem entschlossen wir uns zum Schluss doch noch, unsere Tour fortzusetzen und nach Burg zur Schlossbesichtigung zu fahren. Das Ziel erreichten wir allerdings pünktlich zum Kassenschluss, so dass uns kein Einlass mehr gewährt wurde. So ging es schneller als gedacht zum Rasthof Remscheid zurück, wo man sich trocken legen und einen weiteren schönen Abend verbringen konnte.

Der Familientag
Der große Tag folgte am Samstag, dem 4. Oktober 2003. Ab 11 Uhr trafen die Mitglieder und Freunde des Stammesverbandes in so großer Zahl ein wie wohl seit dem allerersten Familientag von 1939 nicht mehr. über 100 hatten sich langfristig angemeldet, 99 genau sind es dann schließlich geworden, aufgrund so mancher Erkrankung, die doch einige Interessenten abhielt. Nur zwei Drittel der Teilnehmer übrigens kamen als Mitglieder des Stammesverbandes, nicht wenige andere allerdings haben den Familientag genutzt, um dem Stammesverband beizutreten - der Familientag erwies sich also nicht zuletzt in dieser Hinsicht als erfolgreich und als beste Werbung für unseren Verein.
Als positiv erwies sich schnell, dass viele neue Teilnehmer schon den Vortag und -abend hatten nutzen können, um sich kennen zu lernen, so dass die Integration derer, die am Samstag noch hinzu kamen, deutlich leichter fiel. Mancher konnte feststellen, dass er es mit bislang unbekannten, durchaus nahen Verwandten zu tun hatte, Vettern zweiten und dritten Grades begegneten sich zum ersten Mal. Auf großen Tafeln konnten die Verwandtschaftsverhältnisse nachvollzogen werden, und am Verkaufstisch konnte man sich eindecken mit Wappen, Anstecknadeln und alten Familienzeitungen. Allein das neue Familienbuch wurde noch nicht herausgegeben, um die Spannung noch etwas zu bewahren. Die Kommunikation wurde erleichtert durch die vom Vorsitzenden liebevoll gestalteten Namenskärtchen, die es einem jeden gestatten konnten, an der genealogischen Nummer gleich das Verwandtschaftsverhältnis zu seinem Gesprächspartner abzulesen.
Um 15 Uhr füllte sich der Saal dann endgültig, und der offizielle Teil der Veranstaltung konnte beinahe pünktlich beginnen. Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden Karl-Heinz Stursberg folgte ein musikalischer Vortrag des Quartettvereins der Stadtwerke Remscheid und des Männerchores Remscheid-Handweiser. Der Quartettverein, dem unser verstorbenes Mitglied Walter Stursberg [GH3] angehört hatte, trug drei Lieder aus der bergischen Heimat vor und stimmte uns somit gesanglich ein, bevor Svenja Stursberg unsere britischen Teilnehmer in englischer Sprache begrüßte. Auch der Oberbürgermeister hatte seinen Vertreter geschickt, um ein Grußwort der Stursberger Heimatstadt zu formulieren. Und so hörten wir freundliche Worte von Eugen Engels, Mitglied der Lüttringhauser Bezirksvertretung und selbst Familienforscher und Organisator eines Familientreffens der Angehörigen seines Namens, der mit Hochachtung von unserem Verband und seinen Leistungen sprach und schließlich noch seiner Begeisterung durch eine Spende Ausdruck gab.
Es folgten die notwendigen Informationen und Abstimmungen, die den Familientag als ordentliche Mitgliederversammlung des Stammesverbandes qualifizieren: Der Vorsitzende gab seinen Rechenschaftsbericht, und die Kasse wurde vom Kassenprüfer als korrekt geführt beurteilt, dem Vorstand Entlastung erteilt. Mit ausnahmslos einstimmigen Wahlergebnissen wurde der neue Vorstand gewählt und der Familienrat ergänzt. Neu ist, dass einige Familienratsmitglieder die Verantwortlichkeit für bestimmte eigene Aufgabenbereiche übernommen haben und dadurch den Vorstand entlasten. Mit Dank für ihre umfassende Arbeit für den Stammesverband und in der Hoffnung, dass sie ihre Arbeit für unseren Verein in ähnlich engagierter Weise noch lange fortsetzen werden, wurden schließlich Karl-Heinz und Luise Stursberg zu Ehrenmitgliedern erhoben. Es folgten noch einige Informationen über die Familienstatistik. Danach wurden endlich die lang ersehnten neuen Stammbücher herausgegeben - über Jahrzehnte geplant, nun endlich realisiert, waren die ersten Exemplare gerade noch rechtzeitig zwei Tage vor dem Familientag fertig geworden.
So wurden nun viele Köpfe ins Buch "Stursberg 2003" gesteckt, man suchte die eigene Eintragung, und fast jeder fand sie. Unterdessen wurden alle Teilnehmer zum Fototermin gebeten. Einige nahmen das Buch in Empfang und verschwanden fast ungesehen wieder, doch die meisten blieben bis zum späteren Abend, der mit Musik und Tanz noch lange weitergeführt wurde. Auch einige der Einheimischen blieben über Nacht im Hotel, so dass der Kreis derer, die sich am folgenden Morgen noch zum Frühstück trafen, gar nicht klein war. Erst gegen Sonntagmittag fand der rundum gelungene Familientag seinen endgültigen Ausklang. Großer Dank gilt vor allem Karl-Heinz und Luise Stursberg, die durch ihre unermüdliche Tätigkeit maßgeblich zum Gelingen des schönen Festes beigetragen haben.
CP


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