Die Familie Stursberg

Die Familie Stursberg ist eine alte Bergische Familie, die genealogisch besonders gut erforscht ist. Die heute lebenden Familienmitglieder tragen die Familiennamen Stursberg, Storsberg, Stosberg, Stoßberg/Stossberg und Strasburg. Abgesehen von relativ wenigen Namensträgern Stoßberg, die dem Stamm Stausberg aus dem Wildenburger Land angehören, lassen sich alle Personen mit diesen Namen auf ein und denselben Stamm zurückführen. Ihr Stammhof ist die Hofschaft Stursberg in der Gemeinde Lüttringhausen, die seit 1929 ein Stadtteil von Remscheid ist. Die Lüttringhauser Lehnsrolle von etwa 1350 erwähnt erstmals "das nechste Stuirß Bergh bey dem Wiedenhoffe", das in den folgenden Jahrhunderten in unterschiedlichen Splissen bestand und heute unter den amtlichen Bezeichnungen Stursberg I und Stursberg II geführt wird.


Wurzeln der Familie

Der älteste namentlich bekannte Stammvater der Familie lebte in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts auf dem Stursberg. Er hieß Winolt zu Stursberg ("Winold van Stubere"), besaß 1435 das Landgut auf dem Stursberg und war 1445 als Tuchhändler in Köln aktiv. Sein Sohn Siebel (Sybel) van Stursberg war einer der wohlhabendsten Einwohner der Gemeinde Lüttringhausen und konnte 1487 mit 8 Gulden zu einer Anleihe beitragen, die sein Herzog gefordert hatte. Siebel war es auch, der eine Memorialmesse zugunsten seines verstorbenen Vaters stiftete. Kinder des Winolt könnten auch der Lenneper Ratsschöffe und Bürgermeister (1470) Wolber van Stursberch und der etwa gleichzeitig in Köln auftretende Johannes Stursberg sein. Gesichert ist aber nur Siebel als Sohn des Winolt, und Siebel darf auch sicher als Stammvater der späterer Stursberger gelten.

Sein Nachfolger als Besitzer des Landgutes Stursberg wurde Nultz zu Stursbergh, sein Sohn. Er war 1516 Brudermeister der Lüttringhauser Liebfrauenvikarie und 1521 Schöffe des Hohgerichts seiner Gemeinde. 1542 muß er noch gelebt haben, gleichzeitig wird allerdings schon sein Sohn Bernd (Bernth) Sturßbergh erwähnt, der bis 1563 mehrfach genannt wird, als Besitzer des Landgutes, als Vorsteher der Hohenhagener Honschaft innerhalb der Gemeinde Lüttringhausen und als Kirchmeister. Er erbaute einen Schleifkotten und einen Stahlhammer. In die Verpflichtungen des Liebfrauenaltars trat auch Bernd ein; sie werden sich aber mit der Einführung der Reformation in Lüttringhausen nach 1550 erledigt haben.

Seit dem 16. Jahrhundert wird neben dem Landgut auch ein Lehngut zu Stursberg genannt, das später als Witten Stursbergs Gut bezeichnet wird. Die dortigen Aufsitzer mögen von Siebel abstammen, sie sind aber noch vor 1600 im Mannesstamm ausgestorben. Für alle heute lebenden Familienmitglieder ergibt sich also eine gemeinsame älteste Stammfolge:


Erste Verzweigungen

Bernd Stursberg war der letzte Alleinbesitzer des Landgutes Stursberg. Er muß vor 1597 verstorben sein. Damals ist das Gut bereits aufgeteilt unter seinen vier Erben, offenbar seinen Söhnen, die zugleich als Schmiede und Schleifer genannt werden: Mit Peter, Theiß (= Matthias), Nolze (= Arnold) und Johann beginnen die unterschiedlichen Stursberg - Linien. Peter und Johann allerdings haben nur wenige Nachkommen, die auch den Familiennamen Stursberg tragen.

Eine größere Nachkommenschaft läßt sich bei Theiß Stursberg feststellen, der zwischen 1597 und 1608 erwähnt wird. Sein Sohn Allof (= Adolf) hat den väterlichen Anteil am Stursberg - Hof übernommen. Dessen Nachkommen allerdings sind mit dem kinderlosen Urenkel Johann Christoph 1753 im Mannesstamm erloschen. Ein anderer Sohn des Theiß dürfte Hilbert gewesen sein, der als Außenbürger der Stadt Lennep ein Bürgergut in der Hofschaft Herbringhausen besaß. Seine Nachkommen orientierten sich an seinem Vornamen und nannten sich nicht mehr Stursberg, sondern Hilbert bzw. Hilberts. Der bis 1634 in Lennep als Kaufmann und Ratsschöffe auftretende Franz Stursberg war schließlich ein weiterer Sohn des Theiß. Franz' Sohn Engelbert zog nach Köln und hatte zahlreiche Kinder, allerdings relativ wenige Enkel. Ein anderer Sohn des Franz schließlich dürfte Peter Stoßberg gewesen sein, der nach Wermelskirchen zog und dort das halbe Gut Kenkhausen erwarb. Seinen gleichnamigen Enkel führen wir als Stammvater des Stammes A (Wermelskirchen).

Die weitaus größere Zahl von Nachkommen aber hatte Nolze Stursberg, der ebenfalls ein Viertel des Landgutes Stursberg von seinem Vater Bernd übernommen hatte. Er war wie sein Bruder Theiß zugleich Messermacher und wird 1597 und 1602 genannt. In dieses Erbe trat sein Sohn Sirach Stursberg ein, der um 1640 gestorben sein muß. Von ihm stammen, abgesehen vom Stamm A, alle anderen Stursberg - Stämme ab. Zwei seiner Söhne, Zenß (= Vinzenz) und Nolze (= Arnold), teilten Sirachs Erbe unter sich auf, während Franz ein Bürgergut auf dem hintersten Stursberg und einen Schleifkotten erwarb und Peter auf ein Landgut in der Hofschaft Klausen einheiratete. Die Enkel des Zenß führen wir als Stammesstifter (B bis F) in Barmen, Lennep, Lüttringhausen und Remscheid; Heinrich Stursberg, ein Enkel des Nolze, blieb auf dem Stursberg wohnen und ist Stifter des Stammes G, die Enkel des Franz schließlich zogen nach Wald (heute Solingen) und haben dort reiche Nachkommenschaft in verschiedenen Stämmen (H bis N).

Skizze:


Stursberger heute

Heute sind die Familienangehörigen Stursberg über alle Erdteile verstreut, leben aber immer noch in großer Zahl vor allem im Bergischen Raum und den umliegenden Regionen, mit gewissen Schwerpunkten natürlich in Nordrhein-Westfalen, daneben besonders in Norddeutschland und im Rhein-Main-Gebiet. Weitere Namensträger leben heute unter anderem in der Schweiz, Spanien, England und Kanada, vor allem aber in unterschiedlichsten Gegenden der USA. Lebende und verstorbene Namensträger zusammengenommen, wurden bisher mehr als 5.000 Personen in 20 Generationen gezählt, eingeteilt in 13 Stämme:

 


Familienwappen

Das 1938 in die Deutsche Wappenrolle eingetragene Familienwappen zeigt einen schwarzen Stierkopf mit goldener Krone auf einem goldenen Schild, das durch einen roten Pfahl mit drei silbernen Sparren gespalten ist. Der Helm mit schwarzen und goldenen Decken wird geziert durch zwei goldene Büffelhörner mit je einem schwarzen Sparren.

Es handelt sich damit um ein "redendes Wappen". Der Stier ist eine Anspielung auf den Wortstamm "Stur" im Familiennamen Stursberg, die Sparren stehen für den Berg. Es handelt sich um drei Sparren, weil auf dem Stursberg ursprünglich wohl drei Höfe in Familienbesitz waren.

Alle Mitglieder des Stammesverbandes sind berechtigt, das Wappen zu tragen.

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